San Jose State University: Interview & Erfahrungen eines Studierenden - Teil 1

Wir haben mit Jan-Niklas Freund, der über unser Programm ein Auslandssemester in den USA an der San Jose State University (SJSU) absolviert hat, ein Interview geführt, in dem er über seine Erfahrungen und Erlebnisse während seines Studiums in Kalifornien gesprochen hat. Hier berichtet der Student aus Mosbach vom Leben in San Jose, den Studienbedingungen und ein herausragendes Studienerlebnis über die Tore der SJSU hinaus.

Welche Faktoren haben Sie zur Entscheidung für die San Jose State University (SJSU) gebracht?

Einmal war die Lage entscheidend, da man von der SJSU sehr schnell in San Francisco ist. Aus der Ferne machte San Jose für mich den Eindruck eines Schmelztiegels, der vor allem durch das International House an der SJSU traditionell an der Uni verfestigt ist. Somit waren die Faktoren Lage, Tradition und Kursangebot, das durch die Vorgaben meiner Heimatuniversität sehr wichtig war, ausschlaggebend für meine Entscheidung für die San Jose State University.

Hatten Sie bereits „USA-Erfahrungen“ bevor Sie für ein Auslandssemester an die San Jose State University gegangen sind?

Ich war bereits einmal als Tourist an der Ostküste. Das war aber nicht vergleichbar mit der für ein Studium im Ausland notwendigen Organisation und Planung.

Welche Vorbereitungsmaßnahmen haben Sie vor der Abreise in die USA getroffen? Welche Tipps würden Sie jemandem geben, der gerne für ein Auslandssemester in die USA gehen möchte?

Man muss sich Gedanken machen, was man im Gepäck mitnehmen möchte. Ich habe zusätzlich zu meinem Koffer ein Paket nach San Jose geschickt, in dem ich Freizeitutensilien verstaut habe. Grundsätzlich ist immer die Frage, was man vor Ort gerne haben möchte, was man dort eventuell kaufen müsste und was man für die Rückreise wieder mitnehmen will, da man auf der Rückreise häufig mehr mitnimmt, als auf der Hinreise.

Man muss sich genaue Gedanken machen, was man mitnimmt, also empfehle ich, eine Packliste zu schreiben. Ganz wichtig ist es, einen eigenen Dokumentenordner für die Einreise und die Universität zu haben, wo alles gesammelt wird. Logischerweise sollte man sich Gedanken über das Geld machen und eventuell eine Finanzierungsliste anlegen. Man sollte sich klarmachen, wie viel Bargeld man braucht und wie man in den USA Geld abheben kann.

Ansonsten empfehle ich, sich Kleinigkeiten wie die Lage der Universität, der Weg vom Flughafen zur Uni und der tägliche Weg von der Wohnung zu den Veranstaltungen anzusehen. So ist man bei der Ankunft nicht ganz verloren und erkennt einige Häuser schon wieder. Ansonsten habe ich mir die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung angeschaut, um eine grobe Orientierung zu haben. Dadurch kann man vermeiden, direkt ins kalte Wasser geworfen zu werden und sich womöglich am ersten Tag zu verlaufen.

Die San Jose State University hat durch ihre Lage mitten in der Innenstadt San Joses auch einen einzigartigen Campus. Zum Ablauf der Orientierungswoche: Viele Fragen sich, wie die Vorlesungen und ähnliches ablaufen. Vielleicht können Sie kurz skizzieren, was man sich unter der Orientierungswoche vorzustellen hat?

Ich war schon etwa eine Woche vor dem Beginn der Orientierungswoche in San Jose. Den größten Teil der Kurswahlen habe ich wegen der Vorgaben meiner Universität schon in Deutschland durch Gespräche mit meinen Professoren und einer festen Ansprechpartnerin durch das Programm an der SJSU erledigt.

In meiner Orientierungswoche konnte ich also die Zeit genießen, mit den Gruppen mitgehen und den Studierenden, die später kamen, ein paar Highlights zeigen.

Ansonsten wird man zum Beispiel in die Möglichkeiten der Sportevents eingeführt, man bekommt die Regeln beigebracht. Manche Regeln sind schon sehr anders und kommen einem kleinen Kulturschock gleich. So gibt es auch mit 21 in Kalifornien noch ein paar Einschränkungen. Ansonsten wird einem beigebracht, wie man sich im Erdbeben- und Katastrophenfall zu Verhalten hat. Auch wurden ganz andere Themen angesprochen, wie beispielsweise gute Partylocations oder Restaurants auf und neben dem Campus. In der Orientierungswoche wird jedes Thema abgedeckt.

Sie haben im International House gewohnt. Könnten Sie kurz beschreiben, was das ist und wie Ihnen das Leben während des Auslandssemesters dort gefallen hat?

Die Idee zum International House kam mir, als ich mir die drei Housing-Möglichkeiten an der SJSU angeschaut habe. Sehr ansprechend fand ich, dass man dort mit bis zu 75 Bewohnern aus etwa 30 Nationen unter einem Dach lebt. Ein Drittel davon sind US-Amerikaner und der Rest kommt aus der ganzen Welt. Dort unterzukommen kann etwas schwieriger sein, hat bei mir aber glücklicherweise geklappt. Jeder der Bewohner bringt etwas ganz eigenes mit. Es ist zwar etwas teurer als andere Housing-Möglichkeiten, aber man bekommt nochmal die ganze Gegend gezeigt und kann auch an der gesamten Einführungswoche teilnehmen.

Auch hier bekommt man die Regeln des Hauses erklärt, hat viele Freizeitangebote und Hobby-Clubs. In der eigenen Einführungswoche kann man unter den Bewohnern eigene wöchentliche Treffen ausmachen. Durch die jährlich wechselnden Studierenden kommen neue Clubs zusammen oder alte Bewohner kommen auf einen zu und laden einen zu den Clubs ein. Großer Wert wird auf die familiäre Atmosphäre gelegt. Dazu werden möglichst passende Zimmerpartner auf Grundlage von einem Fragebogen und einem Motivationsschreiben zusammengestellt. Mein Zimmerpartner war Amerikaner und wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden.

Generell lernt man sich hier schnell kennen und auch wenn es zunächst kleinere Grüppchen aus Asien, Europa oder Amerika gibt, vermischen sich diese schnell und jeder findet rasch Freunde aus der ganzen Welt.

Mussten Sie im International House eine Präsentation halten?

Es gibt einige Aufgaben, die selbstverständlich sind, wenn man in so einem Haus lebt. Es gibt so etwas wie ein „Formal Dinner“, bei dem man Aufgaben übernehmen muss. Es gab kommunikative Austauschspiele zwischen den Kulturen, wo jeder etwas über seine Nationalität und Kultur erzählt hat. Auch hier wird man aber zu nichts gezwungen, sondern bekommt nur die Möglichkeit gestellt, bei solchen Spielen und Aktivitäten teilzunehmen.